KULTURPROJEKT MARSTALL

KONZERTGEBÄUDE UND THEATERSTUDIO AM MARSTALLPLATZ, MÜNCHEN (D), 2007

Die heute noch vorhandenen Überreste des Marstalls in der Münchener Residenz werden durch die fast leere Hülle der königlichen Reitschule und des mehrfach in seiner Geometrie veränderten Vorplatzes verkörpert. Im Rahmen eines Wettbewerbs sollte der klassizistische Bau Leo von Klenzes aus dem Jahre 1817-1822 zu einem international herausragenden Konzertsaal für 1.800 Zuhörer oder zu einem multifunktionalen Veranstaltungsbau umgeplant werden.

KULTURPROJEKT MARSTALL

KONZERTGEBÄUDE UND THEATERSTUDIO AM MARSTALLPLATZ, MÜNCHEN (D), 2007

ART DE LUX entschied sich dazu, einen Konzertsaal mit bestmöglicher Raumakustik in ein bauliches Umfeld mit maximaler Nutzungsflexibilität einzubetten. Der Entwurf beabsichtigt die denkmalgeschützte Gebäudehülle unverändert zu lassen, der Marstallplatz selbst soll eine Wiederbelebung erfahren, in dem die ovale Kontur der ursprünglichen höfischen Pferde-Auslauffläche in die Platzfläche integriert wird. Sie soll als sanft abfallende Terrasse zukünftig Open-Air-Konzerte ermöglichen (inklusive einer vertikal verfahrbaren Orchestermuschel) und dadurch dem Platz die aktuelle, unnahbare Kälte nehmen.

KULTURPROJEKT MARSTALL

KONZERTGEBÄUDE UND THEATERSTUDIO AM MARSTALLPLATZ, MÜNCHEN (D), 2007

Sowohl die städtebauliche Freistellung des gesamten Ensembles als auch auf der Ostseite der Hofreitschule mit zwei vorgelagerten und gleichzeitig einen kleinen Platz einrahmenden Ergänzungsbauten, unterstreicht die Absicht die bauhistorische Ausformulierung auch zukünftig allseitig erlebbar zu halten.

Der Konzertsaal erhält alle technisch möglichen Anpassungsmöglichkeiten, so dass das Orchesterpodium und die überwiegende Fläche des Parketts in ihrer Höhe frei modifizierbar sind und somit unterschiedlichste Bühnen- und Raumkonfigurationen ermöglichen.

KULTURPROJEKT MARSTALL

KONZERTGEBÄUDE UND THEATERSTUDIO AM MARSTALLPLATZ, MÜNCHEN (D), 2007

Das vorhandene Theaterstudio als auch die neugeschaffenen, großzügigen Foyerbereiche werden in den Untergrund verlagert. Das höchst flexible Nutzungskonzept ermöglicht Open-Air-Konzerte sowie voneinander getrennte oder untereinander zusammenhängende Veranstaltungen im Konzertsaal und Theaterstudio. Einzelne Bereiche können für Empfänge abgetrennt werden.
Als besonderes Überraschungsmoment gilt das unterhalb der Orchestermuschel angeordnete Aquarium mit regionaler bayerischer Unterwasserflora und -fauna, welches nicht nur das Foyer in wechselnde Lichtstimmungen tauchen soll, sondern auch verdeutlicht, dass der Grund, auf dem der Marstall steht, ursprünglich Teil des Isarflußbetts war.

KULTURPROJEKT MARSTALL

KONZERTGEBÄUDE UND THEATERSTUDIO AM MARSTALLPLATZ, MÜNCHEN (D), 2007

MITARBEIT IM ATELIER: MARTA KOPACZ, STEFANIA CONTROZORZI

RAUMAKUSTISCHE FACHBERATUNG: MICHAEL PRÜFER (MÜLLER-BBM, NIEDERLASSUNG BERLIN)

VISUALISIERUNGEN: HH-VISION FRANKFURT/M. + KÖLN

KULTURPROJEKT MARSTALL
KONZERTGEBÄUDE UND THEATERSTUDIO AM MARSTALLPLATZ, MÜNCHEN (D), 2007
Sound